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EXKLUSIV – Anne Wünsche: Ein Sieg für die Gerechtigkeit

Viele negative und harte Schlagzeilen kursierten in den letzten Wochen um Anne Wünsche herum. Menschenmassen machten ihr das Leben zur Hölle – wofür? Weil sie ein Fake sein sollte?

Ausgelöst durch keinen geringeren als Comedian Oliver Pocher. Die ganze Situation spitze sich zu und landete mit einem erfolgreichen und krönenden Abschluss für Anne vor Gericht.

BOULEWAHR hatte nun auch exklusiv die Gelegenheit, weitere persönliche Einblicke zu bekommen. Anne Wünsche ist nun stärker als zuvor und weiß eines ganz sicher – sie muss weiter an sich arbeiten, vor allem an ihrem Selbstzweifel, der völlig überflüssig ist.

Lügen und Hetzjagd

Anne denkt, dass Männer und Frauen auf gleicher Höhe stehen sollten und dafür kämpft sie natürlich. Sie hat sich dazu entschieden, sich zu wehren und das ist vorbildlich. „Nicht ich stand vor der Kamera und habe lügen verbreitet und somit eine Hetzjagd veranstaltet. Sollte man lieber diese Lüge so stehen lassen und wegschauen? Ich habe so viele Hass-Nachrichten bekommen, die mich teilweise echt getroffen haben. ,Du bist so Fake, man glaubt dir eh nichts mehr‘ oder ,du bist so lächerlich, abartig und falsch‘ und diese Nachrichten sind noch harmlos. Das Ganze hat einfach eine Riesenwelle losgetreten.“

Mir ist es egal, wenn jemand seine Meinung äußert oder öffentlich sagt, was er an mir kacke findet. Ich finde es aber nicht okay, wenn eine Lüge verbreitet wird. Egal wie oft ich da stand und versucht habe den Leuten das Gegenteil zu beweisen. Ich habe dafür von der Gegenseite noch eine reinbekommen. Man kann mit Sachen anders umgehen, wenn sie der Wahrheit entsprechen. Meine Bilder von damals zum Beispiel oder das Video, klar bekam ich dafür auch Shitstorm und Beleidigungen, aber ich steh drüber. Es ist halt meine Vergangenheit und ich war gerade mal 18 Jahre alt. Wer hätte damals gedacht, dass das kleine Mädchen aus Cottbus, irgendwann mal bekannt wird? Mich kannte damals niemand.“

Es macht einen so wütend, wenn man gegen eine Wand spricht. Er war sich aber so sicher, dass ich falsch lag und meinte sogar, meine Tränen waren gespielt. Das tat weh.“

Ein Sieg für die Gerechtigkeit

Anne hatte keine Angst zu verlieren. „Ich wusste ja, dass ich das niemals gemacht habe. Ich hätte nicht mal gewusst, wo man so was macht, weil ich nicht mal danach gegoogelt habe. Mich hat das nie interessiert und jeder der mich danach gefragt hat, ob so was Sinn machen würde, dem hab ich davon abgeraten. Was hätten mir die Herzchen oder likes gebracht? Keine Firma schaut darauf. Wichtig ist immer die aktive Community und nicht die Tote. Also die, die auch Storys anschauen und auf die Website der Firma zugreifen. Das macht kein gekaufter like – dieser bringt nichts.“

Auch Annes gesamte Familie, Management und Freunde haben hinter ihr gestanden. „Alle standen hinter mir, weil sie die Wahrheit kannten. Wir haben alle erst mal versucht nichts zu sagen, das wurde uns vom Anwalt geraten, bis die Sache durch ist. Alles andere hätte nur noch mehr für ein öffentliches hin und her gesorgt.“

Der Sieg ist ein großer Schritt für alle Frauen und Mobbingopfer und macht Mut. „Es ist ein Sieg für Gerechtigkeit. Gegen das Mobbing kann ich nichts machen, da Meinungsfreiheit gilt.“

Wenn man etwas dagegen machen kann, sollte man das auch tun! Nie die Klappe halten, sondern aufstehen! Das Problem in meiner Situation war ja, dass nicht nur eine Person gegen mich geschossen hat, sondern auch seine ganze Community. Somit hatte ich eine Menschenmasse gegen mich. Gegen so eine Welle anzutreten ist hart. Ich habe auch damals immer versucht gegen anzukommen, wenn man mich in der Schule zum Beispiel ausgelacht hat, weil ich Tokio Hotel mochte. Ich bin am nächsten Tag dann mit schwarzen Haaren und zerrissener Jeans in die Schule gekommen, um zu zeigen, dass es mir egal ist, was die von mir halten. Wichtig ist aber auch mit anderen darüber zu reden, denn das hab ich damals nicht gemacht.“

„Viele Fans standen hinter mir, das hat mir Kraft gegeben. Aber es ist immer noch schwer die Community von ihm zu überzeugen, denn die glauben es einfach nicht und machen weiter.“

Wer Anne kennt weiß, wie stark, klug und ehrgeizig sie ist. „Ach ich hab so viele Pläne für das Jahr 2020. Reisen steht immer noch ganz weit oben auf der Liste. Und ich muss weiter an mir selbst arbeiten, denn ich habe in der Zeit gemerkt, dass ich leider oft an mir selbst zweifle, was ich gar nicht tun muss.“

BOULEWAHR bedankt sich für das wertvolle und augenöffnende Interview und wünscht Anne Wünsche viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer neuen Ziele.

Fotos: Anne Wünsche (Privat)

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