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Chris Töpperwien mit neuer TV-Show: „Trennung von Familie war das Schwerste…“

Vor acht Jahren ging Chris Töpperwien den großen Weg in die USA. Dafür ließ der Auswanderer in seiner Heimat, dem Rheinland, alles zurück. Freunde, Bekannte, Familie – für ihn damals ein schwieriger Schritt. „Die Einsamkeit war das Schwerste“, erinnert er sich im BOULEWAHR-Interview. Doch genau von diesen Erfahrungen profitieren heute Andere. Denn in seiner neuen TV-Show „In 90 Tagen um die Welt – Auswandern mit Chris Töpperwien“ (montags, 21.15 Uhr, RTLII) gibt der Dschungelcamp-Star angehenden Auswanderern wertvolle Ratschläge. 

„Ich war immer schon im Leben ein Leader und habe gern Leute unter meine Fittiche genommen.
und mich um Menschen gekümmert. Deshalb war es jetzt nicht eine Rolle, die ich mir neu aneignen musste„, erklärt uns Chris Töpperwien seine neue Rolle als Auswanderer-Coach. Dass er darin voll aufgeht, muss er uns auch gar nicht erst erläutern. Das merkt man dem stolzen Rheinländer durchaus problemlos an.

Der eifrige Nörgler ist er schon längst nicht mehr

Der Unternehmer wanderte 2011 nach Los Angeles aus. Foto: Patrick Amos, C. Yunck

Er hat es geschafft – seine eigene Sendung. Er steht im Mittelpunkt, gibt seine Erfahrungen weiter, lässt andere davon profitieren. Doch wer jetzt denkt, dass Chris einfach nur in einem neuen Format seine Tour als Currywurstmann durchzieht, der irrt. Der Mops-Besitzer wirkt, als sei er reifer geworden. Als wir ihn fragen, wie man ihn sich in seiner Rolle vorzustellen hat, verrät er: „Ich bin authentisch. Und ich bin nunmal, wie ich bin. Mal mit guten, mal mit schlechten Tagen. Mal mit einem einem Grund, etwas lauter zu werden. Aber auch mal leise, zuhörend und introvertiert. Das kommt auf die Situation an.“

Viele kennen den Unternehmer eigentlich als leicht cholerischen Truck-Besitzer, der gerne mal rumschreit und aus der Haut fährt.  „Ich habe ja keinen Ruf als Nörgler weg oder als böser Typ“, sagt er, als wir ihn nach dieser Rolle fragen. Ach, nicht? Dann besinnt er sich kurz, erklärt: „Okay, das war vielleicht mal so. Man wollte da etwas dramatisieren und es ist ja auch toll, wenn jemand in einer Auswanderer-Show mit seinen Mitarbeitern rumschimpft. Das kommt vor, klar. Aber das bin ja auch nicht ich 24 Stunden am Tag.“ 

Diesmal, verspricht er, steht er nicht vor der Kamera, um irgendeinem Stereotypen gerecht zu werden. Chris hat sich dieses Format selbst ausgedacht, es gemeinsam mit dem Sender umgesetzt. Deshalb sei es für ihn, wie ein Baby – dem er gegenüber eine Verantwortung empfindet. „Ich denke, das ist das echteste und authentischste Format zum Thema ‚Auswandern‘, das es je im Fernsehen gab. Zum einen lassen wir Niemanden einfach nur rumlaufen und verfolgen ihn mit der Kamera. Sondern alles läuft planmäßig und geführt ab. Sie werden begleitet. Es ist kein Abenteuerformat, in dem die Leute nicht wissen, was passiert. Alles wird gut vorbereitet.“

Er begleitet seine Schützlinge 90 Tage – Ziel ist das Visum

Das scheint der Currywurst-Experte selbst nicht immer so erlebt zu haben – ganz im Gegenteil. „Im Fernsehen wird man ja meistens an der Nase herumgeführt und dem Zuschauer werden Sachen gezeigt, die gar nicht in echt so sind. In dem Format ist nichts gescriptet, nichts doppelt und dreifach gedreht. Alles ist echt.“

Die schöne Schauspielanwärterin Patricia Ivanauskas bat Chris um Auswanderer-Hilfe. Screenshot: RTLII

Doch den selbstbewussten Unternehmer reizen noch andere Dinge an „seinem“ Format als die Authentizität. Denn vor allem der große Druck ist für Chris auch eine Herausforderung. Immerhin müssen seine Schützlinge innerhalb von 90 Tagen etwas vorweisen können. Denn nur solange gilt die Aufenthaltsgenehmigung in den Staaten. „Dann läuft deren ESTA ab und sie müssen zurück. Das Business muss bis dahin stehen. Das Visum ist dann der Gipfel von allem und das große Ziel der Sendung. Dieser Druck kann positiv, aber auch sehr stressig sein. Es ist nichts gespielt. Es geht um einiges. Kein Hin und her. Klar machen sich viele Sorgen, aber das muss auch gezeigt werden. Es kommen viele Ups und Downs. Höhen und Tiefen der Gefühle“, beschreibt Chris.

Er selbst wanderte 2011 aus. Und in unserem Interview passiert auch eine kleine Seltenheit: Chris Töpperwien gibt Fehler zu. „Das Schwierigste bei meiner Auswanderung war die Einsamkeit. Ganz alleine in Los Angeles, okay, man hatte ein, zwei Freunde. Aber keine Familie, nichts. Die langen Nächte, in denen man sich selbst hinterfragt hat und Zweifel aufkamen, taten ihr übriges. Das war schon echt hart. Das Ankommen hat bei mir lange gedauert. Ich war immer eher zu schüchtern und tat mich schwer damit, Kontakte aufzubauen. Ich ging nicht aus, nicht auf Partys, war immer nur bei mir selbst.“

Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration

Mops Rudi begleitet den Unternehmer nun schon seit acht Jahren. Gemeinsam gelang ihnen die Integration in den Staaten.

Erst ein ganz besonderer Weggefährte hat den Auswanderer auf den richtigen Pfad geführt- sein Mops Rudi. Als er sich den Vierbeiner zulegte, ging er mehr unter Menschen, wurde kontaktfreudiger. Erste Freunde rieten ihm zu einem weiteren Umschwung: „Mein Navi, mein Handy, mein PC – alles war auf deutsch. Den Sprung ins kalte Wasser hatte ich nie gewagt. Dann hat mir ein Freund gesagt, stell alles um. Und das rate ich meinen Auswanderern jetzt auch.“

Denn anfangs kam Chris mit der Sprache nicht gut klar, schaute Filme auf deutsch, vermied den Dialog mit Einheimischen. Doch dann begriff er, dass er sich so isolierte. 

Auch diese Erfahrungen machen ihn heute zu einem besseren Coach für andere. „Manchmal wusste ich ja auch früher nicht weiter. Heute kann ich drüber lachen und sagen: Man, wie geil ist es, wenn es einen Typen gibt wie mich, der den anderen all diese Probleme ersparen und Ratschläge geben kann, wie man manche Sachen umgeht. Das ist doch viel einfacher. Und mich freut es enorm, dass niemand von denen ins offene Messer laufen muss.“

„Ungeduldig, perfektionistisch, egoistisch“

Doch Chris kann auch verstehen, dass solch ein Modell nicht für jedermann etwas wäre. Er selbst sogar, käme wohl nicht so gut mit einem Coach zurecht. „Ich war immer im Leben eine One-Man-Show, habe alles immer selbst gemacht und mag es nicht, wenn die Kontrolle an Dritte abgegeben wird. Ich werde dann schnell nervös oder ungeduldig, bin Perfektionist.“

Chris‘ Show läuft immer montags.

Dennoch hätte er eine solche Hilfe bestimmt nicht abgelehnt: „Aber klar hätte ich es damals schön gefunden, wenn in meinem Freundeskreis auch Business-Leute gewesen wäre, die man hätte fragen können.“ Dennoch räumt er ein: „Aber diese Hilfe hätte ich so vielleicht gar nicht angenommen. Dafür bin ich zu egoistisch und hätte diese Hilfe vielleicht auch nicht als ausreichend empfunden.“

Auch das gehört zum neuen Chris Töpperwien, die Selbstreflektion. Spannend sicher den Unternehmer in Action zu sehen mit seinen Schützlingen. Und das geht immer montags, um 21.15 Uhr auf RTLII.

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