•  

Cora Schumacher & Ado Kojo: „Keine Kuschelei mehr!“

„In die Bank“ heißt der neue Song von Ado Kojo und Cora Schumacher. Richtig gehört! Der RNB-Sänger und die Rennfahrerin machen gemeinsame Sache. Und was viele anfangs für eine überraschende und ungewöhnliche Kombo halten, passt wie die Faust auf’s Auge – nicht nur musikalisch. Denn während der Song schon wenige Stunden nach dem Release in der Branche gefeiert wird, ist auch das Duo Ado/Cora explosiv und vertraut zugleich. Beide kommen aus dem Städtchen Langenfeld, kennen sie seit vielen Jahren und haben die gleiche Lebensphilosophie. BOULEWAHR traf beide zum exklusiven Doppel-Interview.

 

Hallo ihr zwei und herzlichen Glückwunsch. Worum geht es in eurem Song?
Ado Kojo
: In dem Song geht es um eine Person, die sich nichts mehr gefallen lässt. Jemand, der einfach mal ‚Nein‘ sagt. Wir stellen das natürlich überspitzt dar. Aber das ist die Message. Jeder kennt es, dass man sich im Leben oft anpassen muss. Aber genau das wollten wir nicht machen. Auch mal gegen den Strom schwimmen.

Ado über Cora: „Sie hat es dann einfach knallhart durchgezogen!“

Im Interview mit BOULEWAHR zeigen sich Ado und Cora sehr offen und ehrlich.

Ist das auch autobiographisch bei euch beiden?
Cora
: Grundsätzlich gibt es bei dem Song jetzt keine konkret direkte Bezugsquelle, wo ich sage: Yo, das isses jetzt. Aber die Message des Songs hat jeder im Leben schon mal gelernt: ‚Lass dir die Butter nicht vom Brot nehmen.‘ So ist der Song auch grundsätzlich eine gute Interpretationsplattform jeglicher Art. Deshalb fand ich den Song auch so genial. 

Ado Kojo: Bei mir auf jeden Fall. Ich mache ja RNB- und keine Rap-Musik. Aber ich komme eigentlich aus anderen Verhältnissen. Ich zeige jetzt mal eine andere Seite von mir. Keine Kuschelei mehr, einfach mal nach vorne. Die ganzen Jahre habe ich den Fans eine andere Facette von mir präsentiert. Jetzt zeige ich denen was Reales aus meinem Leben. Die Geschichten erzähle ich jetzt auf meinem kommenden Album. Manches davon kennen viele nur aus Filmen. Aber meine Fans haben es sich auch verdient, mich komplett kennenzulernen. Und das gehört nunmal zu mir. Für mich ist das ein großer Schritt. Vorher war ich ja so mainstream unterwegs. 

So sieht das Cover der gemeinsamen Single aus. Der Song erschien in der Nacht zum 22. März. Fotos: privat, C. Yunck (5)

Wie kamt ihr auf die Idee?
Ado Kojo
: Cora ist oft hier bei uns im Studio. Sie hört sich immer meine neuesten Songs an. Irgendwann hat sie mich gefragt: ‚Wann willste mal was Richtiges von dir bringen? Was, das aus deinem Leben ist?‘ Ich meine, sie kennt mich halt. Wir kommen ja aus derselben Stadt. Und sie weiß, was da abging, was ich musikalisch gemacht habe. Sie fand das immer gut. Aber ein bisschen zu weich. Dann habe ich mich rangsetzt, diesen Beat gemacht und als sie vorbeikam, habe ich ihr den Song gezeigt und sie war direkt baff. Dann hab‘ ich gesagt: Mach‘ doch was drauf! Und sie ist ans Mikro und hat wirklich gekickt. Und jeder, der mal davor stand, weiß, dass es nicht einfach ist den Rhythmus zu treffen und auch Stimme zu haben. Aber sie hat’s super gemacht.

„Cora lernte ich als die ‚wunderschöne Dame von der Tankstelle‘ kennen!

Wie lange und woher kennt ihr euch denn?
Cora
: Puh, es sind auf jeden Fall viele Jahre. Wir sind beide wie gesagt in der selben Stadt großgeworden, in Langenfeld. Da kennt man sich dann, das eine Hood. Und in unserem Management sind alle Künstler miteinander sehr familiär. So wurden wir Freunde. Ado hat mir immer seine Songs und Texte gezeigt. Und unter Freunden sagt man sich dann auch mal ehrlich, wenn man was nicht so gut findet. Durch die lange Zeit wissen wir nunmal auch viel übereinander. Wir haben auch unheimlich viele gemeinsame Freunde. Ado und ich sind immer durch dick und dünn gegangen. So ein bisschen wie Familie.

Der Sänger und die Rennfahrerin sind ein ungewöhnliches, aber harmonierendes Duo.

Ado Kojo: Als Jungendlicher habe ich in Langenfeld immer gehört: Eine wunderschöne Dame arbeitet da in der Jet-Tankstelle – und das war Cora. Da hat sie noch bei ihren Eltern an der Tankstelle gearbeitet und gefühlt kannte sie das ganze Städtchen. Ich war damals in einem komplett anderen Film. Ich habe es zwar immer gehört, hatte aber meine eigenen Probleme. Aber klar, man war stolz darauf. Dass es jemand aus Langenfeld so weit gebracht hat. Richtig kennengelernt haben wir uns dann auf meiner Tour vor dem Konzert. Da kam sie dann vorbei und wir waren von Anfang an klar miteinander.

Ado ging mit seiner Mutter putzen

Jetzt kommt ihr ja aus unterschiedlichen Bereichen. Ado, du aus der Musik. Cora, du eher vom RedCarpet – auch wenn du den eigentlich nie so häufig besucht hast…
Cora
: Das ist dann auch meine zweite Welt. Meine erste ist die gleiche wie Ados. Das ist auch ein Punkt, der uns verbindet. Ich bin nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren worden. Ebensowenig wie er. 

Ado Kojo: Ja, das verbindet uns krass. Welche Kinder sind vor der Schule noch mit ihrer Mutter putzen gegangen – und danach auch wieder? Das haben nicht viele Kinder durchgemacht. Da verbindet uns viel.

Cora: Ja, die anderen sind in den Ferien mit ihren Eltern weggeflogen. Ich musste bei ihnen an der Tankstelle mitanpacken, oder zuhause. Das Geld für einen Urlaub war halt einfach nicht da. Ich habe immer sehr früh selbst gearbeitet. Klar haben sich die monetären Mittel später mal verändert. Aber nichtsdestotrotz bin ich die Gleiche, die ich vorher war. Und das hat mich halt geprägt. Und mein engstes Umfeld, wie Ado, weiß das. 

In diesem Studio entstand die gemeinsame Idee zum Song.

Das will Cora Schumacher mit dem Song verarbeiten

Manche mögen denken, wenn sie den Song hören: Wow, der Rapper mit einer Celebrity…?
Cora
: Das sehe ich aber selber nicht so. Red Carpet ist für mich eine Parallelwelt, in der ich mich auch nicht immer unbedingt so wohl gefühlt habe. Das ist nicht meine Welt gewesen. Das ganze Öffentlichkeitsding. Ich persönlich schütze meine Privatsphäre. Und die private Cora ist eine ganz andere als die, die da draußen wahr genommen wird.

Ado Kojo: Ich denke sowas spricht für Cora. Sie ist ein Mensch, der komplett auf dem Boden geblieben ist. Sie fühlt sich in so einer Schein-Gesellschaft nicht wohl und hat das Herz am rechten Fleck.

Am Rande des Video-Drehs entstand dieses exklusive BOULEWAHR-Foto und sorgte aufgrund der Waffe in Coras Hand für Diskussionen.

Ist es für einen Rapper schwierig mit Cora Schumacher einen Song aufzunehmen. Wegen der Credibility?
Ado Kojo
: In erster Linie bin ich ja RNB-Sänger. Ich kann es mir aber generell nicht vorstellen, dass andere da die Nase rümpfen oder so. Warum auch? Aber selbst wenn: Ich stehe hinter Cora, da kann kommen was will. 

Gleiche Frage umgekehrt: Ist es für Cora Schumacher riskant in die Rap- oder RNB-Schiene einzutauchen?
Cora
: Da habe ich noch gar nicht drüber nachgedacht. Das Ganze ist einfach aus der Situation entstanden. Ich habe den Song gefeiert. Und dann war ich dabei. Das ist ein Teil meines Charakters. Wie damals beim Motorsport auch: Ich fand das mega spannend und habe es einfach gemacht. Ich habe mich einfach reingesetzt und gas gegeben. So jetzt auch hier. Warum denn nicht? Ich will nicht irgendwann 60, 70 oder 80 Jahre alt sein und denken: oh man, hättest du mal gemacht. Und für mich ist das auch ein Ventil, um Druck auszugleichen. Einfach mal weg vom Alltag. 

Jetzt gemeinsam auf Tour? Cora hätte „voll Bock“ drauf!

Wie war es als ihr wusstet: Okay, wir ziehen das jetzt mit dem Song durch?
Ado Kojo
: Ich habe es gleich am Anfang hier im Studio gemerkt. Wir wussten zwar gar nicht, ob es funktioniert. Ich hatte schon Bammel (lacht). Aber dann hat sie gekickt und ich war überzeugt.

Cora: Vielleicht war es am Anfang noch etwas steif. (lacht)

So sieht Coras Auftritt im Video aus.

Werdet ihr auch gemeinsame Auftritte machen?
Ado Kojo
: Ja klar, darauf freue ich mich auch. Wenn wir auf Tour sein sollten, freue ich mich darauf. Sie ist da für mich wie ein Kumpel, mit dem ich losziehe. Es ist auf jeden Fall geplant.

Cora: Ich hätte da voll Bock drauf. Ich bin ja auch so immer viel mit befreundeten Künstlern unterwegs. Das ist einfach cool und macht Spaß. 

Wollt ihr denn auch in Zukunft was Musikalisches zusammen machen oder reicht euch diese Erfahrung?
Ado Kojo
: Also ich würde immer wieder was mit ihr machen. Sie ist eine Freundin von mir und ich könnte mir gut vorstellen, dass sie jetzt anfängt selber Musik machen zu wollen – unabhängig von mir.

Cora: Mit Ado immer. Alleine müsste ich mal schauen. Ich habe das ja noch nie gemacht und mich das erste Mal jetzt vors Mikro gestellt. Aber ich hoffe es gefällt den Leuten, die mir wichtig sind – und vielleicht noch ein paar mehr. 

Send this to a friend