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David Koch: „Die Schatten-Seiten im Model-Business…!“

Wenn man sich das Berufsbild eines Models vorstellt, denken die meisten an einen Alltag mit coolen Fotoshootings, pompösen Runwayshows und ein stattliches Gehalt. Doch das entspricht nur in den seltensten Momenten der Realität. Das kann auch Model David Koch besttätigen. BOULEWAHR sprach mit dem Influencer über die Schattenseiten des Business.

David kommt bei seinen Model-Jobs gut rum.

Er sieht verdammt gut aus, hat alleine bei Instagram mehr als eine halbe Million Follower und läuft bei den ganz großen Fashion-Shows der renommiertesten Designer.

Doch auch David Koch weiß nur zu gut, wie hart die internationale Model-Branche tagtäglich sein kann und wie sehr man kämpfen muss.

So beschreibt David den Teufelskreis in der Model-Branche

David ist nicht nur auf dem Laufsteg, sondern auch für Shootings gefragt. Foto: tonyamatyu 

Im BOULEWAHR-Interview räumt David ganz klar mit vielen Klischees auf und verrät: „Bei den Shows kriegt man nicht viel Gage. Da kann es sogar oftmals sein, dass man lediglich die Klamotten bezahlt bekommt.“ Doch das ist nicht alles. Denn manche Laufsteg-Schönheiten zahlen teilweise sogar drauf. „Als Model hat man viele Unkosten, wie zum Beispiel die Anreise oder Verpflegung. Ich habe auch schon erlebt, dass man sowas selbst tragen muss.“

Besonders verlockend klingt das in der Tat nicht. „Man muss schon gut gebucht sein, um in dieser schwierigen Szene keine finanziellen Sorgen zu haben“, bringt es David auf den Punkt. Doch die Anzahl der Jobs hängt auch immer von den jeweiligen Referenzen ab. Was wie ein Teufelskreis klingt, beschreibt uns David wie folgt: „Erst muss ein gewisses Image aufgebaut sein. Das ist in der Branche essentiell. Und dann heisst es: Je mehr Shows du läufst, desto mehr Angebote bekommt man – mit den entsprechenden Gagen.“

Deshalb verdankt David die Model-Karriere auch seiner Mutter

David ist als Model ständig unterwegs, hat oft Shootings auf der ganzen Welt. Dafür nutzt er manchmal sogar einen Helikopter.   Foto: craigmwilliams 

Dass der 27-Jährige überhaupt Model und mittlerweile schon für Dior, Armani, Calvin Klein oder Boss gemodelt hat, verdankt er einer ganz besonderen Frau – nämlich seiner Mutter. „Sie hat gesagt, ich soll es einfach versuchen. Meine Mutter hat immer fest an mich geglaubt und mich gepusht. Durch ihren Zuspruch habe ich nicht aufgegeben und mich reingekämpft – ohne sie würde die großen Shows heute nicht laufen“ erzählt der gebürtige Hesse stolz.

Besonders in den Anfängen seiner Model-Karriere hat David knallhart zu spüren bekommen, dass sein ausgesuchtes Berufsfeld nicht das Einfachste ist. „Am Anfang musste ich sehr oft schauen, wie ich genug Geld verdiene. Das hat oft an allen Ecken und Enden nicht gereicht. Ich muss zugeben: Ich war oft kurz davor aufzugeben“, gibt David zu.

Als Influencer verdient David teilweise mehr als auf dem Laufsteg

Vor allem das Decken der laufenden Kosten war für ihn stets eine Herausforderung. „Hotel, Flüge, Autofahrten – das alleine muss man erstmal mit Bookings verdienen. Es geht ja nicht nur um fixe Shows, sondern auch oft um Castings“, erklärt David. Zumal: „Bei Bewerbungen für Shows von großen Designern ist man dann eines von teilweise 400 anderen Models, die sich manchmal um nur einen Job bewerben. Das ist wirklich hart und starker Konkurrenzdruck.“

Bei der New Yorker Fashion Week wurde David ein Platz in der Front Row reserviert. Foto: NYFW

Mittlerweile hat der hübsche Hesse diese schwierige Anfangsphase gemeistert und sich starke Referenzen aufgebaut. Um einen Mangel an Jobangeboten muss er sich keine Sorgen machen. Und das liegt auch an seiner Stellung als Influencer. Wie er uns gegenüber zugibt, verdient er mit Social Media höhere Honorare als mit dem Modeln. Der 27-Jährige erklärt: „Wenn ich im Publikum sitze, eine Show anschaue und diese bewerbe, dann bekommt man teilweise mehr als diejenigen, die mitlaufen. Es ist viel lukrativer. Das ist schon eine kuriose Entwicklung, aber muss eben mit der Zeit gehen, wenn man in diesem Business bestehen will.“

Und das ist David Koch definitiv gelungen.

 

Der Text stammt von Filiz Aydin, das Cover-Foto von ohbabygurl.

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