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Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt: 15 Minuten Sendezeit

Klaas Heufer-Umlauf (35) und Joko Winterscheidt (40) haben mit ‘Joko und Klaas gegen ProSieben’ eine neue Sendung ins Leben gerufen – und die erste Show prompt gegen ihren Sender gewonnen. Der musste dem Duo daraufhin 15 Minuten Sendezeit zur Verfügung stellen. Genutzt wurde diese Zeit für drei Menschen, die Wichtiges zu vermitteln hatten.

Außerhalb der Blase

So gaben Joko und Klaas einer Kapitänin der Seenotrettung, einer Aktivistin, und einem Mitarbeiter der Bahnhofmission das Mikro, um einen leidenschaftlichen Appell gegen Rechts zu übertragen. Da vorher nicht angekündigt worden war, wann die 15 Minuten Sendezeit ausgestrahlt werden, wurden die Zuschauer überrascht, als es zu einer Verzögerung von ‘Grey’s Anatomy’ kam. Für Joko und Klaas sei dies die beste Methode gewesen. Im Gespräch mit ‘Spiegel Online’ erklärt Klaas Heufer-Umlauf dazu: „Gerade das fand ich gut: Es war dieses Mal sicher kein preaching to the converted, sondern ein wirklich breiter Gesellschaftsschnitt, den wir damit erreicht haben. Darunter auch Menschen, die diesen Themen gegenüber ablehnend eingestellt sind. Meine Late-Night-Show schauen wahrscheinlich eher wenige Menschen, die meine Einstellung dazu nicht teilen, da redet man sehr in der eigenen Blase.“

Ziel erreicht

Es sei ihnen wichtig gewesen, auch orientierungslose junge Leute zu erreichen, die „empfänglich sind für konkrete Geschichten zu abstrakten Themen.“ Joko Winterscheidt fügt hinzu, dass der Druck, der auf ihnen lag, die Entscheidung beeinflusst habe, welche Menschen sie in den 15 Minuten zeigen wollten: „Wir wussten einfach, dass gerade beim ersten Mal eine Riesenaufmerksamkeit auf diesen 15 Minuten liegen würde. Da wollten wir zum einen nicht mit etwas total Erwartbarem enttäuschen, zum anderen waren uns diese Themen ein großes Anliegen.“ Damit haben sie den maximalen Effekt erzielt: Ihre 15 Minuten Sendezeit und die darin dargestellten Erlebnisse der Menschen, die sich gegen Rechts einsetzen, sind seitdem deutschlandweit in den Schlagzeilen.

© Cover Media 

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