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Prinz Frédéric von Anhalt: Jetzt will er eine Biografie schreiben!

An diesem Abend lautete das Motto: angemessenes Ambiente für eine weltberühmte Schauspielerin. Denn zu der Premiere der neuen Dokumentation über Zsa Zsa Gabor lud ihr Mann Frédéric von Anhalt im entsprechend großen Stil ins Adlon Hotel nach Berlin ein. Nach ihrem Tode im Dezember 2016 half  Frédéric von Anhalt bei der Produktion des Filmes mit, suchte Fotos und Videos raus. So entstanden die aufwendig zusammengestellten 52 Minuten, in denen der gefeierten Schauspielerin noch einmal gehuldigt wird – und die bald bei arte laufen werden. BOULEWAHR war vor Ort und sprach mit dem Adligen über die emotionalen Augenblicke mit seiner Frau und traf weitere prominente Gäste.

„Es geht um Zsa Zsa Gabor! Und Zsa Zsa Gabor hat immer groß gefeiert!“ – So spricht Frédéric von Anhalt stolz bei der Premierenveranstaltung und fügt hinzu: „Ich hab’s so gemacht, dass es ein bisschen nach einem Hollywood-Abend aussieht“. Von Nervosität also keine Spur.

Für Prinz Frédéric von Anhalt lebt seine Zsa Zsa noch immer

Prinz Frédéric von Anhalt stellte die Dokumentation im Adlon Hotel vor. Fotos: C. Yunck (3), privat

Der 75-Jährige verrät, auf was sich sein ausgewähltes Publikum freuen durfte: „Den Glamour, die Kleidung, die Haare, das Make-up und die Geschichte. Die Geschichte der Zsa Zsa Gabor, die in den 30er Jahren aus Ungarn geflohen ist und über harte Wege 1941 nach Amerika gekommen ist“. Die schöne Schauspielerin war unter Anderem in Filmen wie ‚Moulin Rouge‘ oder ‚Im Zeichen des Bösen‘ zu sehen. Auch privat feierte sie ein echtes Luxus-Leben.

Für die Dokumentation von Nicola Gräf und Heike Dickebohm wurden alte Aufnahmen rausgesucht. Einige davon stammen aus dem Privat-Archiv des Prinzen von Anhalt. Frédéric selbst durfte einige Geschichten erzählen: „Ich geb ein paar Interviews, aber ich möchte eigentlich auch gar keine Rolle spielen, es geht um Zsa Zsa Gabor und nicht um Frédéric von Anhalt.“

Die Erinnerungen kommen täglich in ihm wieder hoch

Tanja Schumann besuchte die Vorstellung des Filmes über Zsa Zsa Gabor.

Den fertigen Film hat der Prinz vor der Premiere selbst noch nicht gesehen – sicher eine sehr emotionale Angelegenheit. „Jeden Tag die Bilder mit ihr. Die Kleidung, die ich zuhause habe. Die Möbel… Für mich lebt sie noch. Und wenn ich heute Abend den Film sehe, ist das eigentlich nicht so besonders, weil ich das jeden Tag sehe. Die Erinnerungen werden jeden Tag vor meinem geistigen wach“, erklärt er uns. Von diesen berichtete er auch seine prominenten Gästen wie Wolfgang Bahro oder Tanja Schumann.

Die beiden waren 35 Jahre zusammen, 32 davon sogar verheiratet. Über die Zeit nach ihrem Tod spricht Frédéric so: „Es war sehr schwierig für mich. Ich habe alleine gelebt. Es kam alles zusammen, es war sehr viel Aufregung. Aber mittlerweile hab ich mich dran gewöhnt, das Leben geht weiter und so versuche ich weiterhin lustig zu sein und zu tun und so weiter. Gerade auf Reisen kommen natürlich die Erinnerungen mit meiner Frau hoch…“

Jetzt möchte sich Prinz Frédéric einen ganz besonderen Wunsch erfüllen

Generell denkt der Prinz aber sehr häufig an seine verstorbene Frau: „Das, was ich mit ihr erlebt habe, hat kein anderer mitgemacht. Und das behalte ich auch in meinem Herzen.“ Und auch nach der Filmvorstellung zeigte sich der gebürtige Rheinländer angetan. „Ich war angenehm überrascht. Viele Sequenzen kannte ich wirklich nicht, weil ich sie teilweise daheim irgendwo gefunden habe.“

Prinz Frederic und seine Zsa Zsa waren mehr als 30 Jahre verheiratet.

Gerne hätte sich der Adoptivsohn noch weitere Aufnahmen angeschaut. Eine Stunde war ihm einfach zu kurz. „Man konnte eine Ahnung davon bekommen, was für eine tolle Frau sie war. Nun hoffe ich, dass sich auch Verläge diese Dokumentation anschauen und erkennen, wie viel Potential in dem Ganzen steckt und auf mich zukommen zwecks einer Autobiografie“, sagt uns Prinz Frédéric von Anhalt. 

Gerne würde sich der Witwer ein paar Monate Zeit nehmen und sich einfach alles von der Seele schreiben. Wir wünschen ihm viel Erfolg. Zsa Zsa würde sich bestimmt sehr freuen…

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