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Star-Stylist Samuel Sohebi: So lief die Pariser Fashion Week!

Du bist so wundervoll, Paris! Das haben sich vergangene Woche wieder zahlreiche Stars, Designer und Fashion-Fanatiker gedacht, denn: Die Pariser Fashion Week stand auf dem Plan. Mit dabei war der erfolgreiche Stylist und Influencer Samuel Sohebi. Im exklusiven BOULEWAHR-Gespräch hat er jetzt über seine Eindrücke von der Modewelt von heute gesprochen – Reizüberflutung garantiert!

Samuel traf auch Gigi Hadid auf der Vogue-Party wieder. Beide kennen sich von diversen Events.

Samuel Sohebi hat schon sämtliche Fashion Weeks auf der ganzen Welt besucht. Dort beriet er Models und Stars wie Katy Perry, Paris Hilton oder Selma Hayek bezüglich deren Outfits. Von Events wie der Pariser Fashion Show lässt sich der VIP-Stylist gerne inspirieren: „Ich war da, um mir die Kollektionen anzuschauen und vor allem Inspiration zu gewinnen. Natürlich trifft man dann immer einen kleinen Kreis von Leuten wieder, die man schon kennt. Sowas ist immer nett. Aber auch, um sich neu zu connecten sind die Fashion Weeks einfach super!“

Risiko bei Marken und Designern? Nein danke!

Der Star-Stylist gewährt uns exklusive Einblicke in Paris – wie hier den Walk von Isabeli Fontana.

Und dem Mode-Kenner sind natürlich auch gleich ein paar Highlights und Trends ins Auge gestochen: „Auf dem Laufsteg und auch im Street-Style in Paris war es diese Saison sehr klassisch, kaum wirklich ‚laut‘ und ausgefallen. Man merkt, dass die Marken und Designer momentan einfach kein Risiko eingehen wollen. Beispielsweise bei Dior waren die Kleidungsstücke zwar super schön, aber eben auch klassisch. Sodass man sie auch in zehn Jahren noch tragen kann. Das hat man bei fast allen Marken sehen können, außer bei Balmain, die sind echt Risikos eingegangen und sind sich treu geblieben“.

Ah, das sagenumwobene Thema Dior – wie hat sich Maria Grazia Chiuri denn als neue Chefdesignerin eingelebt? Am Anfang hat sie immerhin Unmengen an Kritik und Antipathie ertragen müssen… Samuel schildert uns seine Eindrücke: „Klar muss Maria Grazia bei Dior große Fußstapfen füllen. Man vergleicht sie sofort mit John Galliano. Da ist es nachvollziehbar, dass sie erst einmal auf Nummer sicher gehen will – und dann wird sie dafür kritisiert“.

Deshalb flossen bei einigen Models auf dem Laufsteg bittere Tränen

2018 hatte sich das Team von Dior noch eine ganz besondere Nummer ausgedacht: Mit einer theatralisch einstudierten Tanzchoreografie eröffnete die französische Luxus-Marke die Fashion Week. Dabei fielen Rosenblätter wie vom Himmel und die Zuschauer waren total von den Socken.

„Er war wahrhaftig der ultimative Designer“, sagt Samuel über Karl Lagerfeld.

Und jetzt? Sohebi erklärt: „Ehrlich gesagt war es zum Teil echt ermüdend, also die Modenschau! Die Musik, dazu die eher simplen Looks – da fehlte für mich irgendwie das ‚Laute’“. Angefangen bei Dior über Chanel und – mal kurz bei Chanel geblieben. 

Nach dem Tod von Karl Lagerfeld war es die erste große Fashion Week ohne den Mega-Designer. „Schon als er sich vor seinem Tod nicht bei seiner Show gezeigt hatte, war die Sorge echt groß und es wurde viel spekuliert. Hier haben nun etliche Models auf dem Laufsteg geweint. Dabei war es aber weniger die Trauer, sondern eher der Respekt, der deutlich zu sehen war. Vor seiner Arbeit und seinem Schaffen. Besonders im Grand Palais hat man diese Atmosphäre sehr gespürt“.

Die Front-Row wurde grundlegend umbesetzt

Auch im Publikum der Modenschauen hat sich in letzter Zeit so Einiges grundlegend verändert. Wer sich noch an Beyoncé und Co. in den ersten Reihen erinnert, der wird jetzt vermutlich einen kleinen Seufzer rauslassen. „Influencer haben komplett das Spiel übernommen!“, beschreibt der Star-Stylist die Front-Row der Pariser Fashion Week.

Der Stylist hat viele prominente Model-Freunde wie Sira Pevida (l.), Alex Acerov oder auch Maja Malnar (r.) Fotos: Instagram

Und genau diese Tatsache ist scheinbar Fluch und Segen zugleich: „Alles findet auf Instagram statt. Die Plattform hat einfach momentan viel mehr Reichweite, sodass man sich die Cover der Vogue gefühlt fast gar nicht mehr anschaut! Die Zuschauer werden einfach überwiegend von ihren Lieblingsfotografen oder Top-Influencern über die sozialen Netzwerke versorgt, dass der Bedarf für ein Modemagazin nicht mehr da ist.“

Vor allem die Schnelllebigkeit und die Geschwindigkeit sieht Sohebi da im Vordergrund: „Auf Instagram bekommt man täglich Updates, während die Magazine oft nur ein Mal im Monat erscheinen und dann auch noch Geld kosten. Ich denke aber, dass das auch – wie jeder Trend – kommt und geht. Trotzdem wird das die nächsten Jahre ein riesiges Thema sein“.

So bleibt Samuel nach solchen Große-Events am Boden

Das Mammut-Thema ‚Fashion Week‘ scheint vorerst auf jeden Fall geschafft. Und nach einer Zeit voller harter Arbeit, Schweiß und Tränen hat Samuel nur noch Eines zu tun: „Ich habe mich erstmal mit einem Maxi-Menü bei McDonald’s selbst belohnt!“, gesteht er uns mit einem kleinen Lachen. „Jetzt gibt es ein bisschen Ruhe, ganz normal mit Freunden treffen, wieder von dem eher surrealem Leben runterkommen. Das ist auch ganz ganz wichtig, gerade nach so vielen Highlights. Sonst verliert man total schnell den Boden unter den Füßen“.

Mit den Influencern Alice Barbier und JS Roque saß Samuel in Paris zusammen.

Gerade werden zwar noch die Einladungen zu den besuchten Modenschauen als Erinnerung an die Pinnwand geklebt.

Aber dann heißt es auch schon bald: „Ganz groß Coachella, und dann die Filmfestspiele in Cannes natürlich!“ Die Welt der Mode schläft schließlich bekanntlich nie…

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