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Thomas Gottschalk in seiner Biografie: Ein Leben auf der Überholspur!

 

Thomas Gottschalk (69) hat in seinem Leben scheinbar alles erreicht, was man erreichen kann. Mit ‚Wetten, dass..?‘ war der TV-Star über drei Jahrzehnte lang das Gesicht einer der erfolgreichsten Sendungen im deutschen Fernsehen. Doch in seiner neuen Biografie ‚Herbstbunt‘, die in der kommenden Woche erscheint, zieht der Kult-Moderator auch kritische, nahezu philosophische Bilanz.

Ein Leben auf der Überholspur

In einer Leseprobe, die die ‚Bild‘-Zeitung online veröffentlichen durfte, blickt der Star auf den Moment zurück, in dem er eigenen Angaben zufolge von der Kriechspur des Lebens auf die Überholspur wechselte – es war ihm bis dahin einfach nicht schnell genug gegangen:

„In der Schule und auf der Uni gehörte ich eher zu denen, die hinterherhinkten. Sobald ich aber meinen Platz hinter dem Mikrofon beziehungsweise vor der Kamera gefunden hatte, wusste ich, wo ich im Leben hingehörte, und war mir meiner Sache so sicher, dass ich mir im Rückblick fast eine gewisse Arroganz eingestehen muss.“

Er brauchte eine Weile, um das zu erkennen, wie Thomas Gottschalk selbst zugibt: „Das wurde mir aber erst klar, als mir im letzten Drittel meiner Reise nach meinem beruflichen auch mein privates Leben um die Ohren flog.“

Thomas Gottschalk wacht auf

Planlos sei er auf der Autobahn des Lebens dahingejagt, ohne auch nur ein einziges Mal abzubiegen, glaubt der Star. Schließlich hätten ihm alle fröhlich zurückgewinkt, wenn er aus dem Fenster winkte. „Wir sind die Generation, die ohne Navigation unterwegs war. Uns hat keine Computerstimme gesagt, wie es weitergeht. Wir konnten es uns leisten zu trödeln, der Hintermann nervte nicht ständig mit der Lichthupe. Wir verpesteten mit unseren Karren die Umwelt und hatten nicht mal Schuldgefühle.“

Doch dann kam das böse Erwachen

„Ich war mir so sicher, dass mein Plan aufgehen würde, bis ich merkte, dass ich gar keinen hatte.“

Ein erschreckender Moment: „Erst als die Fahrbahn holprig wurde, ist mir aufgefallen, dass ich den Großteil meiner Reise hinter mir hatte und es nicht mehr viele Ausfahrten geben würde, bevor die roten Lichter blinkten: Ende der Fahrbahn.“

Das Fazit? „Dass der Mensch denkt und Gott lenkt, ist eine fromme Binse, und dass Alter nicht vor Torheit schützt, im Zweifelsfalle die beweisbarere These.“ Thomas Gottschalk ist eben ein genauso großer Philosoph wie Moderator.

© Cover Media (CM-MER//)

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